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Babesiose

Die Babesiose wird durch einzellige Parasiten ausgelöst. Diese werden auch als Piroplasmen bezeichnet und leben innerhalb der roten Blutkörperchen des Wirtes. Sie gehören zu den unangenehmsten Blutparasiten unserer Haustiere. Es gibt mehrerer Unterarten, doch der wichtigste Vertreter in Europa für den Hund ist Babesia canis (große Babesien). Die Babesiose der Katzen kommt vor allem in Südafrika und Indien vor, sehr selten in Europa.

Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch den Biss der Auenzecke (Dermacentor reticulatus), seltener auch durch Bluttransfusionen und Spritzen.

Früher galt die Babesiose als Reisekrankheit und Mitbringsel aus Mittelmeergebieten, vor allem Spanien, aber auch aus Ungarn. Heutzutage treten aber auch Fälle bei Tieren auf, die keinen Auslandsaufenthalt hatten.

Wie können sich unsere Hunde damit anstecken?

Die Übertragung des Erregers geschieht durch den Speichel der Zecke beim Biss des Wirtes. In der Regel findet die erste Übertragung erst nach ein paar Stunden des Blutsaugens statt, da es eine gewisse Zeit braucht, bis der Erreger innerhalb der Zecke in deren Speichel gelangt. Falls die Zecke allerdings kurz vorher bei einem anderen Wirten gebissen hat und sich dann Ihren Hund als nächste Mahlzeit aussucht, werden die Babesien schneller weitergegeben. Da die Parasiten auch auf die Nachkommen der Zecke übertragen werden, braucht es keinen infizierten Wirt, der gebissen werden muss, um eine Verbreitung zu ermöglichen.

Die Babesien gelangen in das Blut des Wirts und besiedeln 10 bis 14 Tage nach dem Biss die roten Blutkörperchen (Erythrozyten). Hier vermehren sie sich und zerstören die Blutkörperchen, was zu unterschiedlicher Symptomen führt.

Wie verläuft die Krankheit und welche Symptome treten dabei auf?

Die Zeitspanne von der Infektion bis zu klinischen Symptomen ist relativ breit (6 bis 20 Tage) und hängt von der Babesien Art, dem Alter und dem Immunstatus des Wirtes ab. Es gibt verschiedene Verlaufsformen der Krankheit, wodurch die Diagnose erheblich erschwert wird.

Am häufigsten zu beobachten ist der akute Verlauf mit
– Fieber (bis 42°C)
– Mattigkeit und Appetitlosigkeit
– Blutarmut und Gelbsucht
– rot bis grünbrauner Harn (Colafarben)
– zentralnervöse Störungen

Bei der chronischen Form kommt es über Monate zu wiederkehrendem Fieber, Abmagerung und Blutarmut. Auch ein sehr schneller (perakuter) Verlauf ist möglich, bei dem es zu Atem- und Kreislaufversagen, sowie zu Blutungen kommen kann.

Tiere die eine Babesiose überleben, bleiben teilweise ein Leben lang infiziert (latente Träger).

Wie kann herausgefunden werden ob mein Tier mit dem Erreger infiziert ist?

Wichtig ist, dass immer auf alle Krankheiten, die von Zecken übertragen werden können, getestet wird. Der Grund dafür ist, dass häufig eine Koinfektion mit anderen Erregern besteht und die Behandlung aller Erreger notwendig ist. Dazu müssen wir wissen, ob in den letzten Wochen/Monaten ein Zeckenbefall vorlag bzw ob Ihr Tier regelmäßig einen Zeckenschutz bekommt und welcher das ist. Etwaige Auslandsaufenthalte, auch wenn sie Jahre zurück liegen bzw ohne adäquaten Zeckenschutz stattgefunden haben, sowie vorangegangene Bluttransfusionen sind für uns wichtige Anhaltspunkte in der Diagnostik.

Bei begründetem Verdacht wird ein Bluttest durchgeführt und die spezifischen Parameter getestet. Im speziell angefärbten Blutausstrich untersuchen wir mittels Mikroskop auf Erreger innerhalb der Zellen.

Zusätzlich werden oft weitere Tests im Labor oder mittels Schnelltest durchgeführt. Hier wird auch die Unterart der Babesien bestimmt, da dies für die Therapie wichtig ist.

Wie erfolgt die Behandlung und was kann man vorbeugend tun?

Hier ist es besonders wichtig, zu wissen, welche Babesien Art vorliegt. Denn jede Art muss unterschiedlich behandelt werden.

In den meisten Fällen muss Ihr Hund zumindest zu Beginn der Therapie in stationärer Behandlung verbleiben, um den Therapiefortschritt optimal kontrollieren zu können.

Bei rechtzeitig gestarteter adäquater Therapie kommt es aber meist bereits nach 24 Stunden zu einer deutlichen klinischen Verbesserung.

In manchen Fällen können die Parasiten nicht komplett „vernichtet“ werden und es kommt zu wiederkehrenden Infektionen. Daher ist es besonders wichtig, unsere Tiere bereits VOR einer Infektion zu schützen. Da es im Moment keine Impfung gibt, ist ein zuverlässiger Zeckenschutz unerlässlich, vor allem, wenn Sie in Babesien Gebiete reisen. Wenn möglich, meiden Sie Risikogebiete und suchen Ihr Tier nach jedem Spaziergang nach Zecken ab.