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Halsentzündungen bei Hunden

Die Tage werden kürzer und das Wetter feuchter und kälter. Die Heizungen werden aufgedreht und Duftkerzen angezündet um eine angenehme und kuschelige Umgebung zu schaffen. Doch gerade in dieser Jahreszeit kommt es auch bei unseren Tieren häufig zu „Erkältungs-Symptomen“ wie:

  • erschwertes Schlucken
  • trockener Husten
  • Heiserkeit
  • Würgen beim Fressen oder kurz nach dem Trinken (manchmal auch mit Erbrechen)
  • vermehrtes Schmatzen
  • vermehrtes Grasfressen
    – die Tiere verspüren einen ständigen Reiz beim Schlucken und versuchen diesen durch das Gras abzumildern
  • vergrößerte Lymphknoten am Hals
  • Husten
  • Fressunlust
  • Reiben der Pfoten am Hals
  • Nießen und Nasenausfluss
  • gerötete Bindehäute
  • Erbrechen
  • Fieber

Foto: kranker Hund mit Halstuch und Katzenbesuch

Je nach Schwere der Infektion und Beteiligung der anatomischen Strukturen (Mandeln, Kehlkopf, Nasenschleimhäute, ..) kommt es zu unterschiedlichen Symptomen. Natürlich kommen diese, wie auch bei Menschen mit Erkältung in den unterschiedlichsten Schweregraden vor.

Meistens steht am Beginn eine Halsentzündung, da im Rachen sehr viele Lymphknoten sitzen und diese die erste Abwehrstation des Körpers für Krankheitserreger sind.

Die Entzündungen werden meist durch virale Erreger hervorgerufen die, wenn der Körper über eine gute Immunabwehr verfügt, häufig von allein ausheilen. Dies dauert zwischen 5 und 10 Tagen. Schafft der Körper dies nicht oder kommt es zu einer zusätzlichen Besiedelung mit bakteriellen Erregern, muss eine Therapie eingeleitet werden.

Chronische Halsentzündungen können auch durch ständig anhaltenden Brechreiz ausgelöst werden. Hier wird das Gewebe wiederkehrend geschwächt, was zu einer anschließenden Entzündung führt.

Verbrennungen und Verätzungen, sowie Insektenstiche, oder Fremdkörper (z.B. Holzstück) welche im Hals stecken bleiben, verursachen ebenfalls Beschwerden im Halsbereich.

Wer ist davon betroffen?

Grundsätzlich kann jedes Tier in jedem Alter an einer Halsentzündung erkranken. Es sind jedoch vor allem jüngere und ältere Tieren betroffen, denn gerade in diesen Lebenslagen hat das Immunsystem am meisten zu arbeiten und ist somit im Nass- Kalten Klima sehr stark gefordert.

Bei jungen Tieren lernt das eigene Abwehrsystem täglich mit der neuen Umgebung zu leben und reift so zu einem starken Immunsystem heran. Bei unseren älteren Lieblingen kommt es oft durch bereits vorangegangene Krankheiten zu einer Schwächung des körpereigenen Abwehrsystems und so zu einer höheren Infektanfälligkeit.

Auch einige Rassen leiden häufiger daran als andere. Gerne treten Symptome bei brachyzephalen Rassen, wie Französische Bulldoggen, Möps, Boxer,… auf. Hier handelt es sich jedoch meist um eine chronische Reizung durch die anatomischen Gegebenheiten und nicht in erster Linie um keine Infektion durch Erreger. Bei diesen Rassen verursachen die engen Rachenverhältnisse und die starke Wucherung der Schleimhaut im Bereich des Gaumensegels einen Unterdruck beim Einatmen, wodurch die Gaumenmandeln ständig aus ihren Taschen fallen und gereizt werden. So biete diese Schwachstelle die optimalen Bedingungen für die Besiedelung mit Viren und Bakterien

Wie wird eine Halsentzündung festgestellt?

Durch die Erhebung der Vorgeschichte (husten, würgen, niesen) und eine gute klinische Untersuchung, wird die Diagnose gestellt.

  • Abtasten der Halsregion ist unangenehm
  • vergrößerte Halslymphknoten (Gaumenmandeln)
  • geröteter und verschleimter Hals
  • Nasenausfluss
  • Fieber

Tritt eine Infektion immer wieder auf, werden weiterführende Untersuchungen notwendig. Ein Blutlabor, um den Immunstatus zu erheben, eine bakterielle Untersuchung eines Halstupfers oder gegebenenfalls eine endoskopische Untersuchung des Halses sind die ersten Schritte bei der Aufarbeitung.

Foto: Mandel und Rachenentzündung

Wie sieht die Therapie aus?

Häufig reicht ein Warmhalten des Halses mittels Schal oder Tuch aus. Auch sollte auf weiches und angewärmtes Futter umgestellt werden, da dies keine weitere Reizung des Halses verursacht.

Reicht dies nicht aus, wird eine lokale Therapie mittels Spray/Salbe oder Pinselung des Rachens durchgeführt. Dies ist ähnlich dem Gurgeln des Menschen.

Je nach Schwere der Infektion werden Entzündungshemmer oder, in seltenen Fällen, ein Antibiotikum verabreicht.

Wie kann ich Vorbeugen?

Da die Erreger meist aus der Umgebung aufgenommen werden, sollten Sie ihr Tier nicht unkontrolliert am Boden schlecken oder Gras fressen lassen. Auch das Spielen mit anderen, welche Symptome zeigen, sollte vermieden werden. Vermeiden Sie starke Temperaturschwankungen, vor allem bei älteren Tieren – ziehen Sie Ihrem Liebling eine Jacke über wenn es kalt ist, regnet oder sehr stürmisch ist.

Wann ist es Zeit, zum Tierarzt zu gehen?

Bei Fressunlust, Erbrechen, starkem Husten oder Apathie ist es Zeit, Ihr Tier untersuchen zu lassen. Warten Sie bitte nicht, bis es Ihrem Hund/Katze richtig schlecht geht und er oder sie tagelang nicht mehr fressen will/kann.

Auch hier gilt die Regel: frühzeitig erkannt, ist schnell geheilt 😊