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Gingivostomatitis bei der Katze

Die Gingivostomatitis gehört mit der Resorptiven Läsion zu den beiden Zahnerkrankungen, die bei der Katze am häufigsten vorkommen. Je nach Alter des Tieres tritt diese Erkrankung bei mindestens der Hälfte der Katzen in unseren Breitengraden auf. Leider ist der genaue Grund für dieses hartnäckige Problem noch immer nicht vollständig geklärt.

Der Name der Erkrankung erklärt gleich die sichtbaren Veränderungen, die man im Katzenmaul findet:

  • Chronische Entzündung der Schleimhaut des Zahnfleisches
  • Chronische Entzündung der Maulschleimhaut
  • Chronische Entzündung der Schleimhaut im Kieferwinkel
  • Chronische Entzündung im Bereich des Rachenringes
  • In besonders dramatischen Fällen kann der gesamte Maul- und Rachenraum betroffen sein
  • Diese Erkrankung ist nicht nur auf den Bereich um die Zähne begrenzt, sondern kann sich im gesamten Maul- und Rachenraum ausdehnen.
  • Hierzu gehören NICHT die Veränderungen, die durch Plaque hervorgerufen werden.

Ursachen einer felinen Gingivostomatitis:

  • Chronische Erkrankungen, wie
    1. Felines Immundefizienz Virus (FIV)
    2. Felines Leucämie Virus (FelV)
    3. Feline infektiöse Peritonitis (FIP)
    4. Felines Calizivirus
  • Stress (große Katzenpopulationen, Futterstress, Stress durch Kinder ausgelöst, …
  • Chronische Bakterielle Entzündungen, insbesondere Bartonella henselae
  • Immunschwäche (Pemphigus Vulgaris, Lupus Erythematosus, ..)
  • Zahnfehlstellungen
  • Allergien

Welche Symptome treten bei der felinen Gingivostomatitis auf?

  • Jammern beim Fressen (es handelt sich um eine hochgradig schmerzhafte Erkrankung)
  • Fressunlust
  • Schmerzen beim Fressen
  • Blutiger Maulausfluss
  • Maulgeruch
  • Starke Bildung von Zahnstein
  • Gewichtsverlust
  • Unsauberkeit
  • Vermehrter Streit mit anderen Katzen

Behandlung einer felinen Gingivostomatitis:

Hier unterscheidet man zwischen einer symptomatischen Behandlung und einer Therapie in Sedierung:

  • Symptomatische Therapie:
    1. Antibiotische und entzündungshemmende Therapie, um die Begleitbakterien zu eliminieren und die Schmerzen zu lindern
    2. Stärkung des Immunsystems mittels der Verabreichung von immununterstützenden Medikamenten, wie Cyclosporine oder Interferon.
    3. Cortisone, wie sie früher in der Therapie häufig verwendet wurden, werden mittlerweile gemieden. Die Nebenweikungen, die bei der chronischen Verwendung auftreten, stehen in keiner Relation zur deren entzündungshemmenden Wirkung.
    4. Hormontherapien. Vor einigen Jahren noch häufig angewendet, werden heute gemieden (Gefahr von Tumoren an der Gesäugeleiste)
  • Therapie in Sedierung:
    1. Genaue Untersuchung des Maules
    2. Anfertigung von Dentalröntgen Bildern zur Detektion von eventuell vorhandenen Zahnwurzelveränderungen oder Paradontitis
    3. Entfernung aller veränderten Zähne, bzw Zahnwurzelreste
    4. Professionelle Maul- und Zahnreinigung
  • Bei therapieresistenten Erkrankungen bleibt letztendlich nur, die Zähnen im betroffenen, entzündeten Gebiet zu entfernen. Das sind meist die Backenzähne, teilweise auch die Schneidezähne. Bei vielen Patienten können wenigstens die Eckzähne im Maul verbleiben.
    1. Nach der Extraktion der Backenzähne können die meisten Katzen wieder schmerzfrei fressen.
    2. Katzen, die menschenbetreut sind, also regelmäßig gefüttert werden, können problemlos ohne Zähne leben. Die Patienten kauen das Futter dann entweder am sich verhärtenden harten Gaumen, oder schlucken die Futterstücke einfach unzerkaut.

Bitte lassen Sie Maulentzündungen bei Ihrer Katze nicht unbehandelt. Auch, wenn die Katzen lange Zeit still vor sich hin leiden- leider ist diese Erkrankung extrem schmerzhaft. Wir sind es unseren Katzen schuldig, für ein schmerzfreies und unbeschwertes Leben zu sorgen, da sie sich selbst nicht helfen können!