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Giardiose bei unseren Haustieren

Leidet Ihr Tier immer wieder an Durchfall oder hat es eine wechselnde Kotbeschaffenheit mit schleimigen-blutigen Beimengungen? Dann könnten Endoparasiten und hier speziell Giardien die Ursache sein.

Giardia intestinalis, oder auch Giardia duodenalis genannt, sind kleine einzellige Parasiten, die in Europa sehr häufig vorkommen. Giardien gibt es in verschiedenen genetischen Variationen (Genotypen). In der Regel sind die meisten davon wirtsspezifisch und können so nicht auf andere Tierarten übertragen werden. Allerdings gibt es einzelne Genotypen, die sich nicht daran halten und nicht nur zwischen Katze und Hund springen sondern auch den Menschen infizieren können. Vor allem Kinder und immungeschwächte Personen sind hier besonders gefährdet.

Schleimiger Durchfall bei Giardienbefall

 

Wer ist davon betroffen?

Meist tritt die Giardiose bei Welpen und Jungtieren auf. Eine Infektion kann aber in jedem Alter stattfinden. Hunde und Katzen, welche mit vielen ihrer Artgenossen zusammen leben, zum Beispiel in einer Zuchtstätte oder einem Tierheim, sind die häufigsten Träger.

Die Infektion erfolgt meist durch mit Kot kontaminiertem Wasser oder Futtermittel. Die Aufnahme geschieht über das Maul und so gelangen die infektiösen Giardia-Zysten in den Dünndarm ihres Wirtes. Hier kommt es zur weiteren Vermehrung der Darmstadien (Trophozoiten) und zur Bildung von Umweltstadien (Zysten). Die Zysten werden ca 4-16 Tage nach der Infektion mit dem Kot ausgeschieden und gelangen so in die Umwelt. So schließt sich der Kreis.

Welche Symptome sind zu erwarten?

Die Infektion verläuft oft symptomlos, vor allem bei älteren Hunden und Katzen. Junge und immungeschwächte Tiere zeigen häufig wechselnde Kotbeschaffenheit mit Schleimbeimengungen oder immer wieder wässrige bis weiche- teils blutige Durchfälle. Manchmal kommt es auch zu Inappetenz, Erbrechen und Mattigkeit.

Schwere Verläufe treten meistens bei einer Mischinfektion mit anderen Erregern auf.

Bei einer Infektion kommt es immer zur Ausscheidung infektiöser Zysten in die Umwelt, egal, ob das Tier Symptome zeigt oder nicht.

Schleimig, blutiger Durchfall bei Giardienbefall

Wie wird die Diagnose gestellt?

Bei chronischen Durchfällen oder wechselhafter Kotbeschaffenheit sollte immer ein Test auf verschiedene Endoparasiten erfolgen. Dafür wird eine Kotprobe, am besten eine Sammelprobe von mehreren Kothaufen, getestet.

Dies kann auf 3 verschiedene Arten erfolgen:

1.) Mikroskopisch
die Probe wird mittels einer speziellen Flüssigkeit so bearbeitet, dass die Giardien und andere Parasiteneier unter dem Mikroskop aufgesucht werden können.

2.) Schnelltest
die Probe wird mit einem Schnelltest auf Giardien-Antigene untersucht. Das geht in der Regel recht schnell und kann bereits in der Ordination erfolgen.

3.) Labor
die Kotprobe wird mittels PCR auf spezifische Giardien DNA untersucht, auch die spezielle Untersuchung der verschiedenen genetischen Variationen ist so möglich.

Liegt ein positives Testergebnis vor, wird eine entsprechende Therapie eingeleitet. Ein negatives Testergebnis ist leider nicht beweisend, dass keine Infektion vorliegt. Der Grund dafür ist, dass die Giardia Zysten nicht mit jedem Kotabsatz ausgeschieden werden, sondern immer mal wieder (intermittierend). Deshalb ist es auch wichtig, dass nicht nur eine Kotprobe untersucht wird, sondern eine Sammelkotprobe aus mehreren Tagen.

Welche Therapie wird veranlasst?

Ein Medikament gegen Parasiten wird über einen Zeitraum von 5-7 Tagen verabreicht und nach einer Pause von meist einer Woche wird dieser Prozess nochmals wiederholt. Im Anschluss sollte nach einer einwöchigen Pause wieder eine Kotprobe untersucht werden. Ist diese weiterhin positiv, wird weiter behandelt oder ein anderes Medikament verabreicht. Eine Infektion mit Giardien ist häufig sehr langwierig und kann sich über mehrere Wochen ziehen, da es oft zu Reinfektionen kommt.

Um das Risiko der erneuten Infektion zu vermindern, sollte ein strenger Hygieneplan eingehalten werden.

  • Kot aufsammeln
    dies sollte eigentlich immer geschehen, vor allem, da auch symptomlose Tiere über Wochen infektiöse Zysten ausscheiden können und diese in der Umwelt in feuchter Umgebung bis zu 3 Monaten und im Kot bis zu 1 Woche überleben können.
  • Reinigung von potentiell mit Kot verunreinigten Böden, Decken, Plätzen, Spielsachen
    in der Waschmaschine, mit einem Dampfreiniger oder mit heißem Wasser. Temperaturen über 60‘°C bis 65°C überleben die Zysten nicht.
  • Reinigung von Futter- und Wassernäpfen
  • Baden der Tiere
    bei stark verschmutztem oder sehr langem Fell kann es notwendig sein, das Tier zu baden, da die Zysten sonst im Fell anhaften.