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Ehrlichiose

Die Canine Monozytäre Ehrlichiose wird durch das Bakterium Ehrlichia canis der Gattung Rickettsiaceae ausgelöst. Es handelt sich um gramnegative Bakterien, welche nur innerhalb von bestimmten Körperzellen (weisse Blutzellen) überleben können. Viele Haus- und Wildtiere, aber auch Menschen, können mit unterschiedlichen Rickettsien infiziert werden.

Ehrlichiose wird durch die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) übertragen. Diese Zecke lebt vor allem in den Tropen, Subtropen und im Mittelmeerraum. Diese sogenannte Reisekrankheit, kann durch Einschleppung der Zecke in unserer Breiten und das wärmer werdende Klima bei uns „heimisch“ werden.

Braune Hundezecke

Wer ist davon betroffen?

Die Erkrankung tritt vor allem bei unseren Hunden auf. In der Regel sind die Hunde im mittleren Alter (5 Jahre). Der Deutsche Schäferhund, der Dobermann und der Sibirische Husky neigen zu einer höheren Empfänglichkeit als andere Rassen.

Bei Katzen kommt es nur sehr selten zu einer klinischen Infektion mit diesem Erreger.

Wie können sich unsere Hunde damit anstecken?

Die Übertragung des Erregers geschieht durch den Speichel der Zecke beim Biss des Wirtes. In der Regel findet die erste Übertragung erst nach 24h saugen statt, da es eine gewisse Zeit braucht, bis der Erreger innerhalb der Zecke in deren Speichel gelangt. Allerdings kann es zu einer kürzeren Übertragungszeit kommen, wenn die Zecke bereits Bakterien in ihrem Speichel hat, bevor sie am Wirt andockt. Die Erreger werden nicht von der Zecke auf ihre Nachkommen übertragen, das bedeutet, dass die Zecke einen infizierten Hund „saugen“ muss, um sich zu infizieren.

Eine Übertragung ohne Vektor (Zecke) ist durch Bluttransfusionen möglich, aber kommt nur selten vor.

Braune Hundezecke

Wenn der Erreger in seinen Wirt eingedrungen ist, befällt er einen Teil der weissen Blutzellen (Monozyten) und verhindert somit deren normale Funktion (Zerstörung von Mikroorganismen im Körper). Durch das Blut gelangt der Erreger in die verschiedenen Organe wie Leber, Milz und Lymphknoten. Weiters setzt er sich an die Gefäßwände in Lunge, Nieren und Gehirnhäuten wo es zur Entzündung und zu Blutungen kommt.

Welche Symptome sind zu erwarten und wie ist der Verlauf?

Die Krankheit verläuft in drei Stadien. Die akute Phase beginnt ca 8 bis 20 Tage nach der Infektion und dauert 2 bis 4 Wochen an. In dieser Zeit kann es zu milden Symptomen (Fieber, Atemnot, Fressunlust) kommen. Diese Phase geht meist in ein subklinisches Stadium über. Dieses kann bis zu Jahre andauern und die Tiere zeigen keine Symptome, bleiben aber stets mit dem Erreger infiziert. Geht die Krankheit in das letzte chronische Stadium über, kommt es zu schweren Symptomen wie Gewebeblutungen, Fressunlust, Fieber mit Apathie, zentralnervöse Störungen, Gelenksentzündungen, Atemnot bis hin zum Tod.

Patient bei Infusionstherapie

Wie erfolgt die Diagnose?

Wichtig ist, dass immer auf alle Krankheiten, die von Zecken übertragen werden können, getestet wird. Der Grund dafür ist, dass häufig eine Koinfektion mit anderen Erregern besteht und die Behandlung aller Erreger notwendig ist. Wichtig für uns ist zu wissen, ob in den letzten Wochen/Monaten ein Zeckenbefall vorlag bzw ob Ihr Tier regelmäßig einen Zeckenschutz bekommt. Etwaige Auslandsaufenthalte, auch wenn sie Jahre zurück liegen bzw ohne adäquaten Zeckenschutz stattgefunden haben, sowie vorangegangene Bluttransfusionen sind für die weitere Untersuchung wichtig zu wissen.

In den meisten Fällen wird dann ein Bluttest gemacht und die spezifischen Parameter getestet. Es wird ein Blutausstrich angefertigt und auf Erreger innerhalb der Zellen untersucht. Da die Ergebnisse der Tests auch von dem Infektionsstadium, also der Zeitpunkt der Infektion abhängt, werden oft weitere Tests im Labor oder mittels Schnelltest durchgeführt.

Wie kann die Infektion behandelt werden und kann man vorbeugend handeln?

Die Behandlung erfolgt mittels eines speziellen Antibiotikums für 4 Wochen und sollte in jedem Stadium der Krankheit stattfinden, um ein Voranschreiten zu unterbinden. In schweren Fällen ist ein stationärer Aufenthalt mit Intensivtherapie erforderlich. Außerdem muss der Behandlungserfolg mit regelmäßigen Blutuntersuchungen kontrolliert werden.

Da keine Impfung gegen diesen Erreger existiert, ist ein guter und regelmäßiger Zeckenschutz und das gründliche Absuchen nach einem Spaziergang dringend notwendig.