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Eosinophiler Granulom Komplex

Der eosinophile Granulom Komplex bei der Katze ist eine Erkrankung, die mit Veränderungen an der Haut und Schleimhaut im Maul einhergeht. Die Grundursache hierfür konnte noch nicht vollständig geklärt werden.

Die verschiedenen Auslöser, von denen angenommen wird, dass sie diese Krankheit verursachen können, sind folgende:

  • Allergisches Grundgeschehen
    eine Allergie löst immer Juckreiz aus – durch das ständige Kratzen und Belecken kommt es zu Hautveränderungen
  • Infektionen
    eine vorangegangene Infektion mit Viren, Bakterien oder Pilzen schwächt den Körper und mach ihn somit anfälliger
  • Autoimmune Krankheit
    eine weitere Theorie ist, dass der Körper gegen seine eigenen Zellen arbeitet und sich selbst zerstört
  • Genetische Faktoren
    es wird angenommen, dass die Krankheit auch vererbt werden kann. Meist heilt sie in einem Alter von 2- 3 Jahren spontan wieder ab.

Grundsätzlich teilt sich der Komplex in 3 verschieden Typen. Diese können alleine, aber auch in Kombination auftreten.

  • Eosinophiles Ulkus (Geschwür)
    hier kommt es zu scharf-begrenzten, rotbraunen, haarlosen Stellen an den Lippen und in der Maulhöhle. In 80% der Fälle ist die Oberlippe davon mitbetroffen. Manchmal nässen diese Stellen auch, oder das Gewebe stirbt ab und es entsteht ein Geschwür, welches in weiterer Folge tumorös entarten kann.
    Dieses Ulkus bereitet den Katzen weder Juckreiz noch Schmerzen (indolentes Ulkus) und kommt häufiger bei Tieren vor, die an einer Infektion mit dem felinen Leukämie Virus (FeLv) erkrankt sind.

  • Eosinophile Plaques
    diese sind Hautveränderungen, welche vor allem am Bauch, unter den Achseln, an der Schenkelinnenseite, am Hals und am Kopf der Katzen auftritt. Sehr selten sind sie in der Maulhöhle anzutreffen. Die Hautveränderungen sind gut abgegrenzt, haarlos, gerötet, erhaben und teilweise auch nässend. Meist werden sie von einem starken Juckreiz begleitet.
  • Eosinophiles Granulom
    dieses wird auch als lineares Granulom bezeichnet, der Grund dafür ist die spezielle Hautveränderung. Es handelt sich um eine streifen- oder bandartige (einige cm lang und mm breit) erhabene Verdickung des Gewebes, welche typisch an der Hinterseite der Hinterbeine zu finden ist. Manchmal wird die Verdickung aber auch in der Maulhöhle sichtbar oder am Unterkiefer als „dickes Kinn“ aufgefunden. Teils ist die Hautoberfläche an diesen Stellen gelb-rot verfärbt und von fester Konsistenz, verursacht aber weder Juckreiz noch Schmerzen.
 „dickes Kinn“

Wer ist davon betroffen?

Jede Katze in jedem Alter kann an den Hautveränderungen erkranken. Weibliche, unkastierte Katzen zeigen aber deutlichere Symptome als männlich, kastrierte Katzen. Je nach Ausprägungstyp können die Symptome in verschiedenen Altersgruppen auftreten. So kommt das eosinophile Granulom bereits bei jüngeren Tieren ab einem Alter von 6 Monaten vor. Die meisten Katzen sind jedoch zwischen 2 und 6 Jahre alt.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Die Diagnose wird anhand der Anamnese und des meist typischen klinischen Bildes gestellt. Um die Diagnose zu sichern, kann eine Probe des Gewebes mittels einer Feinnadelaspirationsbiopsie oder eines Abklatsches genommen werden. Dazu wird mit einer dünnen Nadel eine kleine Probe des Gewebes genommen und im Anschluss die Zellen unter dem Mikroskop untersucht.

Abklatsch- gefärbt unter dem Mikroskop

Welche Therapie wird angewendet?

Da die Grundursache für das Auftreten noch nicht vollständig geklärt ist, müssen verschiedene Ursachen ausgeschlossen bzw therapiert werden. Ektoparasiten, Hautpilze und verschiedene Allergien sollte ausgeschlossen werden. Erst wenn keine dieser anderen Ursachen für die auftretenden Symptome verantwortlich gemacht werden kann, wird mit Medikamenten zur Reduktion der körpereigenen Immunantwort behandelt. Dies sollte mindestens 4 Wochen lang geschehen bzw bis zum Abklingen der Symptome. Eine regelmäßige Kontrolle ist dringend notwendig, um die benötigte Medikamentendosierung genau anzupassen.

Die Prognose dieses Krankheitskomplexes ist sehr vorsichtig zu stellen, da sie vor allem abhängig von der Ursache ist. Bei Kombinationen mit einer Infektionskrankheit ist sie schlechter als bei einem Befall mit Flöhen.