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Lungenwürmer bei Hund und Katze

Lungenwürmer sind weltweit verbreitet, kommen aber bei uns häufiger vor, als man annehmen würde. Sie werden dem Stamm der Fadenwürmer (Nematoden) zugezählt, die sich in verschiedene Gattungen und Arten unterteilen lassen. Unsere Hunde infizieren sich vor allem mit den Gattungen Crenosoma und Angiostrongylus und die Katzen werden durch die Gattungen Aelurostrongylus und  Capillaria infiziert

Wie erfolgt nun die Infektion mit den Würmern?

Lungenwürmer brauchen für die erfolgreiche Entwicklung vom Larvenstadium bis zum erwachsenen (adulten) Wurm einen Zwischen- und Endwirt.

Hauptsächlich dienen Schnecken aller Art, aber auch Regenwürmer als Zwischenwirte. In diesen entwickelt sich die Larve vom ersten bis ins dritte Stadium (L1-L3). Als L3 ist sie dann für den Endwirt infektiös.

Endwirte für die Lungenwürmer Crenosoma vulpis und Angiostrongylus vasorum sind vor allem Füchse, Wölfe und Hunde, für Aelurostrongylus abstrusus und Capillaria aerophila sind es Katzen.

Die Schnecke dient als Zwischenwirt

Die Aufnahme erfolgt durch das Fressen der Zwischenwirte, aber auch über den mit infektiösen Larven kontaminierten Schneckenschleim, der auf Futternäpfen oder in Wasseransammlungen zu finden sein kann.

Die Maus ist ein sogenannter Stapelwirt

Bei Katzen spielen sogenannte Stapelwirte (paratenische Wirte) meist eine größere Rolle. Diese sind Vögel oder Mäuse, welche zuvor die infizierten Schnecken verspeist haben. In Stapelwirten, können sich die Larven zwar nicht weiter entwickeln, aber bis zu 12 Wochen überleben und infektiös bleiben.

Einmal durch den Endwirt aufgenommen, dringen die Larven (L3) durch die Magen- und Darmwand ins Blut- und Lymphsystem ein. Von dort gelangen sie dann in die Lunge und bei Hunden auch ins rechte Herz, wo sie zu erwachsenen Würmern heranreifen.

Nach ca 6-8 Wochen beginnen die Weibchen ihre Eier in den Lungenbläschen (Alveolen) abzulegen. Nachdem das erste Larvenstadium (L1) geschlüpft ist, werden die Larven ausgehustet und abgeschluckt. So gelangen sie wieder in den Darm, über welchen Sie mit dem Kot ausgeschieden werden. In einem feuchten Milieu können diese dann ohne Zwischenwirt bis zu 5 Monaten überleben. Nun beginnt der Zyklus von Neuem.

Welche Symptome sind zu erwarten?

Meistens erfolgt die Infektion symptomlos. Erst ein starker Befall äußert sich in unspezifischen und respiratorischen Symptomen.

  • Gewichtsverlust
  • Fressunlust
  • Leistungsintoleranz
  • Schwäche
  • Nasenausfluss
  • Husten
  • Atemnot

Manchmal verirren sich die Würmer auf ihrem Weg in die Lunge in ein anderes Gewebe. So kann es vorkommen, dass sie auch im Gehirn, der Harnblase, den Nieren oder in der vorderen Augenkammer zu finden sind und dort entsprechende Symptome verursachen.

Liegt ein massiver Befall vor, bei dem es zu einer Verstopfung (Obstruktion) der Lungenarterien oder anderer wichtiger Arterien durch die Würmer kommt, ist ein plötzlicher Tod leider nicht ausgeschlossen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Es stehen verschiedene Untersuchungsverfahren zur Verfügung. Meistens jedoch erfolgt die Diagnose durch die Untersuchung des Kots mittels eines speziellen Auswanderverfahres nach Bearman-Wetzel. Dazu müssen mindestens 3 verschiede Kotproben gesammelt und untersucht werden, da die Larven nur sporadisch ausgeschieden werden. Der Kot wird aufbereitet und im Anschluss werden die Larven unter dem Mikroskop detektiert.

Bei Hunden besteht weiters die Möglichkeit, das Blut mit Hilfe spezieller Labortests zu untersuchen.

Zeigt das Tier respiratorische Symptome, kann es hilfreich sein, Röntgenbilder oder eine CT anzufertigen, um das gesamte Ausmaß der Infektion erkennen zu können.

Manchmal ist es notwendig, eine Brochioalveolarlavage (BAL) durchzuführen. Hierbei wird in Narkose ein wenig sterile Flüssigkeit in die Lunge gegeben und gleich wieder abgesaugt. Diese gewonnene Flüssigkeit wird dann auf Lungenwürmer untersucht.

Lungenwurm im Mokroskop

Wie erfolgt die Therapie?

Spezielle Medikamente gegen Parasiten töten die Würmer ab. Diese können als Tabletten oder als Spot-on Präparate auf den Nacken aufgetragen werden. Manchmal ist eine Wiederholung der Antiparasiten-Therapie erforderlich, um alle Stadien der Würmer zu beseitigen. Regelmäßige Kontrollen helfen, das Ansprechen der Therapie zu überprüfen und zu gewährleisten.

Wie ist die Prognose und kann ich mein Tier vor einer Infektion schützen?

Bei rechtzeitiger Behandlung ist die Chance auf Heilung sehr gut. Sind bereits starke Schäden durch die Würmer am Gewebe entstanden, verschlechtert sich die Prognose zunehmend.

Um einer Infektion vorzubeugen, sollten in Gebieten mit gehäuftem Auftreten monatliche Antiparasiten-Medikamente verabreicht werden.