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Paradontitis beim Hund

Was ist Paradontitis?

Es handelt sich hier um eine chronische, irreversible (nicht mehr komplett heilbare) Erkrankung des Zahnhalteapparates. Das beinhaltet Veränderungen des Zahnfleisches, des Zahnfaches (Alveole) und der Lamina Dura (umgibt die Zahnwurzel).

Über 80 % der Hunde über 2 Jahren!!!!!!!! leiden unter Paradontitis. Diese Erkrankung ist leider die am meisten unterdiagnostizierte und unbehandelte Erkrankung beim erwachsenen und alten Hund.

Rote Linie: Das ist die „normale Knochenlinie“. Darunter hat sich der Kieferkochen durch Paradontitis zurückgebildet.

Welche Hunde sind besonders betroffen:

  • Alle Hunde ab einem Alter von 2 Jahren
  • Immunsupprimierte Hunde (immungeschwächt)
  • Hunde, die an Diabetes leiden
  • Hunde, die an Nierenerkrankungen leiden
  • Hunde mit Zahnfehlstellungen
  • Toy Rassen- besonders kleine Hunderassen, die nicht gerne und wenig kauen

Wie sind die Symptome?

  • Maulgeruch
  • Nachlassender Spieltrieb- vor allem bei Zieh- und Zerrspielen
  • Zunehmendes sich Zurückziehen
  • Lustlosigkeit
  • Vermehrtes Schlafbedürfnis

Rote Linie: Das ist die „normale Knochenlinie“. Darunter hat sich der Kieferkochen durch Paradontitis zurückgebildet.

Grüne Linie: Infektionsherd an den Zahnwurzelspitzen.

Wie entwickelt sich Paradontitis?

  • Zuerst entsteht durch Plaquebildung um die Zahnhälse eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis), die, wenn sie rechtzeitig behandelt wird, komplett heilbar ist.
  • Diese ersten Veränderungen schreiten in einer bakteriell bedingten Entzündung des Zahnhalteapparates voran.
  • So wird der Kieferknochen angegriffen- was zu einer Infektion in diesem Bereich führt (Osteomyelitis)
  • Da der Zahnhalteapparat immer weiter geschädigt wird, lockern sich die Zähne, was im „besten“ Fall zum Zahnverlust führt.
  • Durch die absteigende Infektion entlang des Zahnfaches gelangen die Bakterien bis zu den Zahnwurzelspitzen.
  • Fistelbildungen (austretender Eiter aus den Kieferknochen im Beriech der infizierten Wurzelspitze) und Ausbreitung der Infektion im Kieferknochen und über die Blutbahn sind die Folge.
  • In schweren Fällen kann sich eine Wurzelspitzeninfektion sogar bis in den Bereich der Augen ausbreiten. Abszesse unter dem Augapfel mit Vorverlagerung des Auges nach außen sind die Folge.

Fistelkanal Durch Zahninfektion des P4 im Oberkiefer.

Rote Linie: Das ist die „normale Knochenlinie“. Darunter hat sich der Kieferkochen durch Paradontitis zurückgebildet.

Grüne Linie: Infektionsherd an den Zahnwurzelspitzen.

Welche Folgeerkrankungen sind nach bei einer unbehandelten Paradontitis zu befürchten?

  • Herzklappenerkrankungen (vor allem bei der Mitralklappe)
  • Nierenerkrankungen und Niereninsuffizienz
  • Leberfunktionsstörungen
  • Augenvorfall
  • Abszesse im Bereich der Augen
  • Fistelbildungen
  • Entwicklung von Maultumoren bedingt durch den infektiösen Dauerreiz

Wie erfolgt die Untersuchung eines Hundes mit Verdacht auf Paradontitis?

  • Bei Hunden (und auch Katzen) kann eine genaue Untersuchung des gesamten Maulhöhle nur in Sedierung erfolgen
  • Der erste Schritt ist die Erhebung des vollständigen Paradontalstatus.

Hierzu zählen:

  • Vorhandensein und Grad der Zahnfleischentzündung
    • Vorhandensein und Tiefe von Zahnfleischtaschen
    • Vorhandensein und Grad von Zahnstein
    • Vorhandensein und Grad von freiliegenden Furkationen (Gabelungen der Zahnwurzel)
  • Anschließend werden Zahnröntgenbilder aller Zähne und deren Wurzeln mit Dentalröntgen angefertigt. Wurzelinfektionen, abgebrochene Zahnwurzelreste, Knochenrückgang im Kieferknochen, …. Können so detektiert werden.
  • Nach diesen Untersuchungen wird entschieden, welche Zähne im Maul verbleiben können und welche so stark geschädigt sind, dass sie chirurgisch entfernt werden müssen.
  • Alle Zähne, die nicht entfernt müssen, werden einer professionellen Zahnreinigung mittels Scaler und Zahnkürretten mit abschließender Politur unterzogen.
Paradontitits

Nach der Paradontalbehandlung ist vor der Paradontalbehandlung

Bei der Paradontitis handelt es sich um eine chronische, unheilbare, fortschreitende Erkrankung. Es ist unumgänglich, regelmäßig eine professionelle Zahnreinigung bei seinem Hund durchführen zu lassen. In manchen Fällen- besonders bei Toy Rassen- muss das sogar alle 6 Monate auf dem Plan stehen.

Zusätzlich kann die Zahn- und Paradontalgesundheit durch häusliche Pflege deutlich unterstützt werden. Tägliches Zähneputzen hält nicht nur bei uns Menschen, sondern auch bei Hunden Zähne und Zahnfleisch gesund.

Wenn ein Hund 4 Monate nach einer professionellen Zahnreinigung wieder Zahnfleischentzündung und Zahnstein entwickelt hat, so liegt hier der Grund an der fehlenden häuslichen Zahnpflege! Bitte seien Sie sich der Wichtigkeit der täglichen Zahnpflege Ihres Hundes bewusst! So helfen Sie mit, die Zähne zu erhalten und Ihrem Hund ein zahnschmerzfreies Leben zu ermöglichen!