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Wasserrute beim Hund

Der Name „Wasserrute“ lässt viele vielleicht schmunzeln, doch verbirgt sich dahinter eine extrem schmerzhafte und gefährliche Erkrankung. Manchen sind vielleicht die folgende Namen geläufig: Hammelschwanz, kalte Rute, schlaffe Rute, Kaltes-Wasser-Rute,  tote Rute- das sind alles Bezeichnungen von ein und derselben Erkrankung. Hauptsächlich im Sommer sind Tierbesitzer mit dieser eher unbekannten und unerforschten Krankheit konfrontiert. Sie tritt meistens auf, wenn der Hund häufig und ausgiebig geschwommen ist. 

Symptome Wasserrute

Die auftretenden Symptome sind sehr unterschiedlich. Manche Hunde haben sichtbar Schmerzen am ganzen Körper. Bei andern schmerzt „nur“ der Ansatz des Schwanzes und die Schwanzbasis wird senkrecht weggestreckt- der Rest des Schwanzes hängt aber wie gelähmt nach unten. Bei manchen Hunden ist das Fell rund um den Schwanzansatz gesträubt. Die Betroffenen  trauen sich meistens aus Unsicherheit nicht, Kot oder Urin abzusetzen. Viele Vierbeiner haben Probleme, sich hinzusetzen und nehmen den sogenannten Welpensitz ein. Das bedeutet, sie kippen das Becken seitlich, um so den Schmerz zu lindern. Viele Hund werden unleidlich, manche sogar richtig aggressiv oder auch depressiv. 

Betroffene Rassen für Wasserruten

Am Häufigsten sind Rassen betroffen, mit denen viel gearbeitet wird. Dazu zählen hauptsächlich Labradore und Golden Retriever, Poniter, Flatcoats, Setter und Beagles. Grundsätzlich kann es aber jede Hunderasse treffen, die sehr aktiv ist und den Schweif enorm viel und stark bewegt. Sehr anstrengende Jagten oder Bewegung im sehr kalten oder sehr warmen Wasser sind Auslöser dieser Erkrankung. In seltenen Fällen reicht ein längeres Verbleiben in der Transportbox oder nasses Fell bei oder nach ausgedehnten Spaziergängen bei nasskaltem Wetter aus. Junge eher untrainierte Rüden mit einem Alter von ungefähr 2 Jahren sind besonders gefährdet. Grundsätzlich sind aber Hunde von 6 Monaten bis 9 Jahre betroffen.

Krankheitsursache für Wasserruten beim Hund

Es werden mehrere Ursachen für die Erkrankung verantwortlich gemacht. 

  • durch die Überbeanspruchung des Schwanzes kommt es zu einer Stauchung der Schwanzwirbelgelenke 
  • in weiterer Folge entsteht eine Entzündung im Zwischenwirbelbereich 
  • die Muskulatur am Schwanzansatz wird vorübergehend schlechter durchblutet 
  • dadurch kommt es in diesem Bereich zu einem Muskelschaden. Bei betroffenen Hunden kann eine Erhöhung des Enzymes Kreatininkinase (dieses Enzym tritt vermehrt nach Muskelschäden im Blut auf) gemessen werden. 

Therapie beim Hund mit Wasserrute

Falls Ihr Hund an sehr starken Schmerzen leidet, sollten Sie ihn unverzüglich zum Tierarzt bringen. Dort wird er mit Schmerzmitteln behandelt werden. Zusätzlich bringen Rotlichtstrahlen, warme Auflagen, Massagen und Ruhe rasche Linderung. Bei „Wiederholungstätern“ raten wir dringend zu einer Physiotherapie um weitere Rückfälle zu verhindern. Die meisten Patienten erholen sich rasch wieder komplett, manche Hunde behalten aber eine abnorme Schwanzhaltung – das ist bei Ausstellungshunden natürlich ein großer Nachteil. 

Vorsorge

  • Hunde sollten nicht in Gewässern mit starker Strömung schwimmen gehen 
  • Im Sommer ist es wichtig, dass unsere Vierbeiner  vor dem Schwimmen langsam abgekühlt werden 
  • Jagt- und Arbeitshunde sollten vor der „Saison“ langsam antrainiert werden. Der schrittweise Aufbau der Muskulatur ohne Stress und Überbeanspruchung macht ihren Hund fit für die außerordentlichen Herausforderungen. Dabei darf auf die Wasserarbeit und das Schwimmtraining nicht vergessen werden. 
  • bei nasskaltem Wetter muss das nasse Fell sorgfältig abgetrocknet werden. Nach dem Training ist ein trockener und warmer Platz zum Aufwärmen und Erholen besonders wichtig. Auch Decken und Mäntel dürfen gerne verwendet werden. 
  • viele Hunde erkennen ihre eigenen Grenzen bei der Arbeit oder beim angeregten Spielen nicht und überschreiten sie häufig. Falls sie einen solch übermotivierten Gefährten an Ihrer Seite haben, müssen Sie für ihn mitdenken und ihm rechtzeitig Erholungszeit verordnen 
  • gewöhnen Sie Ihren Hund schrittweise mit steigender Dauer an seine Transportbox. Diese muss groß genug sein, damit Ihr Reisegefährte auch aufstehen und sich umdrehen kann. Bei längerer Reisedauer brauchen Herrchen und Vierbeiner kurze Pausen um sich die Beine vertreten zu können