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Pyometra Teil 1- Allgemeines und Sexualzyklus

Die eitrige Gebärmutter (Pyometra) bei der Hündin ist eine Krankheit, die meist 4-10 Wochen nach der Läufigkeit auftreten kann. Dabei kommt es zu einer Ansammlung von Eiter in der Gebärmutter (Uterus) und je nach Form und Dauer zu schwerwiegenden Symptomen bis hin zu einer Blutvergiftung.

Ultraschallbild einer Pyometra. Die schwarz-grauen Bereiche sind die eitrig gefüllten Gebärmutterbereiche.

Die Pyometra kommt nicht nur bei der Hündin vor, jede weibliche Tierart kann betroffen sein, von der Katze bis hin zum Hamster. Meistens wird sie jedoch bei nicht kastrierten mittelalten Hündinnen beobachtet, leider ist aber von 6 Monaten bis zu 20 Jahren alles möglich. Da unsere Hauskatzen, welche nicht zur Zucht genutzt werden, meist früh kastriert werden, bleibt ihnen dieses Schicksal erspart.

Daher wird im folgenden Artikel hauptsächlich über die Hündin gesprochen, wobei die Entstehung und die Therapie bei vielen Tierarten gleich ist.

Pyometra bei einer Katze. Die rote Linie zeigt den Bereich der hgr vergrößerten und eitrig gefüllten Gebärmutter.

Wie ist der normale Sexualzyklus der Hündin?

Da sich eine Pyometra in einer bestimmten Phase des Zyklus entwickelt, ist es wichtig, die Grundlagen hierzu zu kennen. Hündinnen sind saisonal monoöstrische Tiere, das bedeutet, dass das durchschnittliche Zyklusintervall 6-7 Monate beträgt und die Hündin in der Regel 2x im Jahr läufig wird. Je nach Rasse und Größe des Tieres kann es zu 1-4 Läufigkeiten im Jahr kommen.

Der normale Zyklus der Hündin gliedert sich in 4 Phasen.

  1. Proöstrus
    Der Proöstrus wird auch als Vorbrunst bezeichnet und dauert ca. 3-17 Tage, im Durchschnitt um die 9 Tage. In dieser Zeit kommt es zum Anschwellen der Vulva und Ausscheiden einer unterschiedlichen Menge an blutigem Sekret. Außerdem werden die Hündinnen in dieser Phase bereits für den Rüden attraktiv, lassen sich aber noch nicht decken.
  2. Östrus
    Der Östrus ist die eigentliche Brunstzeit, hier kommt es auch zum Eisprung. Er dauert ca 3-21 Tage an, wobei der Eisprung und der Zeitpunkt für die Befruchtung am 2.-4. Tag, mit einem Zeitfenster von 24-48 Stunden, stattfindet. Die Anzeichen für den Übergang in den Östrus ist die Veränderung des Vaginalsekretes. Es wird fleischwasserähnlich und manchmal auch leicht schleimig. Außerdem beginnt jetzt auch die Deckbereitschaft der Hündin.
  3. Metöstrus
    Der Metöstrus ist die Rückbildungsphase. Er dauert ca 9-12 Wochen an. In dieser Zeit kommt es zum Abschwellen der Vulva und zum Rückbilden der Gebärmutterschleimhaut.
  4. Anöstrus
    Der Anöstrus ist die Ruhephase, in der das Ovar ruht. Das ist die Zeit zwischen den Läufigkeiten, deren Dauer variabel ist, jedoch mindesten 3 Monate andauert.

Es gibt keine Menopause beim Hund. Es kann lediglich bei Hündinnen ab 7 Jahren zu einer Verlängerung des Anöstrus und einer Abschwächung der Läufigkeitssymptome kommen.

ABER es gibt kein definitives Ende des Sexualzyklus, wie beim Menschen!!! Wenn also keine Läufigkeit mehr auftreten sollte, steckt eine pathologische Veränderung dahinter, die unbedingt abgeklärt werden sollte.

Ultraschall einer Pyometra bei einer Katze. Der schwarz-graue Bereich zeigt die hgr eitrige Gebärmutter.

Wie kommt es nun zu einer Pyometra?

Weiter geht’s im Teil 2- Pyometra- Krankheitsbild, Diagnose und Therapie: